St. Gallerinnen gut gestartet (Tagblatt Online: 16. Februar 2016)

Die NLA-Spielerinnen des FC St. Gallen gewinnen zum Auftakt der Rückrunde gegen Yverdon ihren ersten Punkt der Saison. Die beiden Teams trennen sich im Gründenmoos 0:0.

TOBIAS KRÜSI

FUSSBALL. Lange und intensiv haben sich die Frauen des FC St. Gallen auf dieses Spiel vorbereitet. Nach einer verpatzten Hinrunde ohne Punktgewinn wollten die Ostschweizerinnen gegen den direkten Konkurrenten Yverdon endlich ein Erfolgserlebnis erzwingen. Dies ist den Ostschweizerinnen gelungen – dank einer beherzten und leidenschaftlichen Leistung blieben sie zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Spielerisch war der Auftritt jedoch durchzogen.

St. Gallen startete druckvoll in die erste Halbzeit, die auffälligen Flügelspielerinnen wurden einige Male gut lanciert. Die Verunsicherung im Team war aber nicht zu übersehen. Viele Pässe kamen auf dem schnellen und nassen Kunstrasen nicht an. Auch die Ballkontrolle machte den Frauen zu schaffen. Einigen fehlt es an der Technik, andere waren nervös oder reagierten überhastet. Die Ruhe im Spiel wurde vermisst.

Gelungenes Début

Die Torhüterin Nicole Studer, welche im Winter vom FC Zürich dazugestossen ist, wies diese Ruhe auf. Sie bot sich ihren Mitspielerinnen an, spielte genaue Pässe, baute das Spiel auf und machte es schnell. Die Zürcherin scheute sich auch nicht davor, einen Abstoss anzutäuschen und eine Stürmerin stehenzulassen. Sie war sicher in der Luft und liess nur selten einen Ball abklatschen. Einer der wenigen Torschüsse Yverdons, welcher in der 40. Minute gefährlich wurde, hielt sie problemlos fest. Oft versuchten die Ostschweizerinnen, das Spiel schnell zu machen, spielten direkte einfache Pässe, wie dies Trainer Beat Naldi wünscht. Naldi korrigierte an der Seitenlinie, gab Anweisungen, schimpfte, stellte seine Spielerinnen aber auch auf und sprach nach einem gewonnenen Zweikampf positiv zu ihnen. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit wenigen Chancen auf beiden Seiten waren die Zuschauer zur Halbzeit zufrieden.

Steigerung nach der Pause

Auch die zweite Hälfte war geprägt von harten Zweikämpfen. Oft musste das Spiel unterbrochen werden, damit die Betreuer die angeschlagene Spielerin behandeln konnten. Die Frauen scheuten den Körperkontakt nicht und an Einsatz mangelte es den St. Gallerinnen nicht. Nach einer Stunde kamen sie besser ins Spiel. Die Bälle erreichten ihre Abnehmerinnen und St. Gallen erarbeitete sich so einige Torchancen. Gleich mehrere Male kombinierten die NLA-Frauen gut und verfehlten nur knapp das Tor. Die vielen Zuschauer, welche trotz des schlechten Wetters gekommen waren, unterstützten das Team. Zwischenzeitlich verspürte man sogar eine Euphorie. Denn das Tor, welches zum Sieg verhelfen hätte können, lag in der Luft. Kurz vor Schluss setzte die spielstarke Jasmin Schweer ihren Schuss vom Strafraum knapp links am Pfosten vorbei. Es war die letzte Aktion des Spiels. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen. Wenn das Team weiterhin an sich arbeitet, wird der enorme Einsatz und Wille wohl bald mit einem Sieg belohnt.

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