NLA – Viele Torchancen erspielt, keine genutzt

Die Grün- Weissen fuhren mit viel Selbstvertrauen nach Lugano. Man wollte an die sehr gute Leistung gegen Yverdon anknüpfen und man hatte vom Hinspiel, dass unglücklich verloren ging noch etwas gut zu machen.

Und so begannen die Espenfrauen auch mit viel Druck auf Lugano und hatten schon nach zwei Minuten den ersten Eckball. St.Gallen war spielbestimmend und Lugano zog sich zurück und verlegte sich aufs Kontern. In der 8. Minute eroberte Lugano im Mittelfeld den Ball schaltete schnell um und schickte ihre linke Aussenverteidigerin in die Tiefe. Diese drang in den Strafraum ein, konnte ungehindert eine scharfe Flanke nach innen spielen und dort stand die Stürmerin von Lugano. Diese schob den Ball völlig freistehend in das St.Galler Gehäuse. Ein äusserst dummes Gegentor. Nun musste man wieder mal einem Rückstand hinterlaufen. Die Grün Weissen waren nur kurz von der Rolle, dann begannen sie wieder ihr Passspiel aufzuziehen und zeigten wieder mal eine grosse Lauf-und Kampfbereitschaft.Sie erspielten sich ein ums andere Mal eine gute Einschussmöglichkeit, so wurde Beerli rechts in die Tiefe geschickt, flankte nach innen. Schweer nahm den Ball Volley, traf ihn aber nicht voll, so das dieser über das Tor ging. Eine weitere hochkarätige Chance bot sich Beerli in der 30. Minute, sie wurde abermals vom Mittelfeld wunderbar freigespielt und lief mit dem Ball alleine

Richtung Tor. Hier hatte sie 2 Möglichkeiten, entweder selber schiessen oder die mitgelaufene Schweer in der Mitte anspielen. Beerli schoss selbst und der Torwart konnte den strammen Schuss abwehren und klärte zum Corner. Der Corner brachte auch nochmals eine gute Torchance, zunächst konnte Lugano diesen klären, aber St.Gallen setzte nach und spielte Riesen auf der linke Seite im 16-er frei, doch der Schuss von Riesen wurde abermals von der Torfrau von Lugano abgewehrt. So ging

es die ganze erste Halbzeit, St.Gallen war klar spielbestimmend, investierte unglaublich viel, konnte aber die gut rausgespielten Chancen leider nicht nutzen. So ging es mit einem 1:0 für Lugano in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Grün Weissen dort weiter machen wo sie aufgehört hatten. Sich weiter Chancen erspielen und den langersehnten Treffer erzielen. Lugano änderte die Taktik, sie standen nun höher, was dem St.Gallerspiel entgegen kam, denn so konnte man gut die Aussenspielerinnen einsetzen. Dies taten die Gallusstädterinnen dann auch wieder. Auch in der 2. Halbzeit waren sie die klar spielbestimmende und bessere Mannschaft, einzig die Chancenauswertung liess die Trainer und Ergänzungsspieler an der Seitenlinie verzweifeln. Schweer wurde einmal sehr gut in der Centerspur angespielt, lief in Richtung Tor, doch leider verstolperte sie den Ball kurz bevor sie schiessen wollte, so das der Torwart diesen entspannt mit den Händen aufnehmen konnte. Eine nächste Gelegenheit bot sich abermals Beerli als sie diesmal auf der linken

Seite in den Strafraum mit dem Ball eindrang. Dort suchte sie nicht selber den Abschluss, sondern passte nach innen, leider fand der Ball aber nur eine Abnehmerin auf Seiten Luganos. Und so war auch diese Chance vertan. Eine alte Fussballerweisheit sagt: Wenn du sie vorne nicht reinmachst dann bekommst du sie selber hinten rein.

Lugano spielte in der 68.Minute einen weiten Ball vom Mittelfeld in die linke vordere Spielhälfte und die Stürmerin von Lugano nahm Mass und hämmerte den Ball volley aus ca. 18 Meter unhaltbar in das St.Galler Tor. Ein Sonntagsschuss. 2:0 für Lugano. Der erste Schuss überhaupt aufs St.Galler Gehäuse in der 2. Halbzeit. Unglaublich. Nun waren die Espenfrauen geschockt und liessen die Köpfe hängen. St.Gallen brauchte ein paar Minuten um sich wieder aus der Schockstarre zu lösen, doch dann setzten sie nochmals zu einer Schlussoffensive an. Sie mobilisierten nochmals alle Kräfte und kamen noch zu 3 Standarts, doch leider wurden diese entweder von Lugano abgewehrt oder man setzte den Ball neben das gegnerische Tor. Lugano fuhr genau noch einen Konter, in der 92. Minute, und markierte dort das 3:0. Danach war das Spiel aus.

 

Einfach bitter. Die Grün Weissen investierten unglaublich viel in dieses Spiel, waren klar die bessere Mannschaft, aber liessen einfach die vielen Chancen ungenutzt. Lugano bestrafte dies mit einer eiskalten Effizienz. 3 Torchancen, 3 Tore. So bleibt zu hoffen, das sich die Espenfrauen in der nun kommenden 2-wöchigen Spielpause wieder aufrappeln, den Kopf hoch nehmen und weiter an sich arbeiten. Diesen Unterbruch der Meisterschaft werden die Grün Weissen mit vielen Trainingseinheiten und 2 Testspielen füllen.

Das nächste Meisterschaftsspiel findet dann am Sonntag, den 13. März auswärts beim FC Luzern statt. Anpfiff ist dort um 14.00 Uhr.

Tore: 8. Doll, 1:0; 68. Gelmetti, 2:0; 90+2. Doll, 3:0

Aufstellung FCSG Frauen: Studer, Stäbler, Egger, Iseli, Rohner, Riesen, Bischof, Fehr, Salaorni, Beerli, Schweer

Aufstellung FF Lugano 1976: Piazza, Tagini, Emini, Prandi, Roncoroni, Canone,

Luccini, Doll, Sanchez, Gelmetti, Krsteva (55.Pedetti)

Verwarnungen: 52. Tagini, Unsportlichkeit

 

St. Gallen, 21.02.2016

Bericht:  Gesa Jürgens

Bild: Doris Studer