NLA – Klassenerhalt nicht geschafft! ABSTIEG!

Am gestrigen Samstag stand die letzte Partie in der Relegation für die FCSG Frauen an.

Es war ein absolutes Endspiel, denn der Gegner aus Derendingen hatte auch noch die Chance auf den letzten freien Platz in der kommenden NLA Saison. Die Ausgangsituation sprach aber dennoch für die Espenfrauen. Sie lagen in der Tabelle 3 Punkte voraus und hatten auch noch das bessere Torverhältnis. Aber so eine Ausgangslage kann auch manchmal lähmen.

Und genauso war es auch. Die Partie startete und man merkte sofort welches Team heute den unbedingten Willen zum Sieg hatte. Leider waren es nicht die Grün Weissen sondern das Team aus Derendingen. Sie wirkten von der ersten Sekunde an wacher, agressiver, agiler, ballsicherer und vorallem traten sie mit einem enormen Selbstvertrauen auf. Die Espenfrauen hingegen wirkten sehr nervös, agierten sehr hektisch im Ballbesitz, das Zweikampfverhalten war unterirdisch und vorallem die Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld klappte teilweise gar nicht. So dauerte es auch nur 10 Minuten, bis Derendigen die erste 100% Chance herausspielen konnte. Doch Studer behielt in der 1:1 Situation mit der gegnerischen Stürmerin die Nerven und konnte die Chance vereiteln. Das sollte eigentlich ein Hallo-Wach Signal sein für die Espenfrauen, aber leider änderte sich nichts am Verhalten der FCSG Frauen. Derendigen hatte das Zepter in der Hand, vorallem im Mittelfeld waren sie wesentlich präsenter und verteilten die Bälle immer wieder geschickt. Während das St.Galler Mittelfeld die meisten Zweikämpfe verlor und meist einen Schritt zu spät kam.

Und das rächte sich dann auch in der 25. Minute. Zahno profitierte von einem katastrophalen Fehlpass von Fehr und spielte ihre Mitspielerin genau in der Schnittstelle der St.Galler Abwehr an. Saladin liess sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball im langen Eck. 0:1 für Derendingen. Nun sass der Schock tief bei den Espenfrauen, kaum 3 Minuten später erhöhte Derendingen auf 0:2. Die Gallusstädterinnen konnten einen Angriff abwehren, jedoch traf Caviezel bei ihrem Befreiungsschlag den Ball nicht richtig, sodass er direkt vor den Füssen von Bucher landete. Diese zog aus 20 Metern ab und der Ball landete im linken Kreuzeck. Unhaltbar für Studer. 0:2 für Derendigen.

Unglaublich, die Espenfrauen hatten sich den denkbar schlechtesten Tag ausgesucht um dem Gegner Geschenke zu machen. Beim 0:3 für Derendigen leisteten sich die Espenfrauen wieder einen grossen Schnitzer. Die FCSG Frauen hatten einen Corner, der aber nichts einbrachte, dann konterte Derendigen und spielte seine schnelle Stürmerin auf Höhe der Mittellinie an. Bei dem Pass zur Stürmerin waren sich Iseli und Caviezel nicht einig wer denn nun zum Ball gehen sollte. Nach dem Motto, wenn sich 2 streiten freut sich die Dritte, so marschierte Scheidegger mit dem Ball alleine auf Studer zu und versenkte diesen zum 0:3 im St.Galler Gehäuse. Das war auch der Halbzeitstand.

Nach der Pause wollten die Grün Weissen mit neuem Mut und vor allem einem völlig anderen Auftreten als in der ersten Halbzeit das Unmögliche noch möglich machen.

Sie starteten auch wesentlich besser in die 2. Halbzeit, wirkten konzentrierter, ballsicherer, waren präsenter in den Zweikämpfen und zeigten endlich mehr Leidenschaft und Willen, einzig die Offensivbemühungen waren nicht erfolgreich. Aber die Espenfrauen brauchten unbedingt das Anschlusstor. So wechselte man 3 frische Kräfte ein, die für die Offensive nochmals frischen Wind bringen sollten. Derendingens Abwehr stand allerdings sehr gut und die Offensivkräfte blieben weiterhin sehr gefährlich, sodass die St.Galler Abwehr immer wieder ebenfalls gefordert war. Erst in der 86. Minute kam man durch eine gute Kombination zu einer Torchance. Streule wurde im 16er freigespielt, wurde aber bei ihrem Versuch den Ball anzunehmen von Vögeli von hinten regelwidrig von den Beinen geholt. Die Schiedsrichterin erkannte das Foulspiel und gab Penalty. Schweer trat an und traf im Nachschuss ins Tor. Nur noch 1:3. Nun hatten es die FCSG Frauen eilig. Sie spielten immer wieder lange Bälle nach vorne, aber leider führten die weiteren Angriffsbemühungen zu keinem Torerfolg. So blieb es beim 1:3 für Derendingen. Nach dem Schlusspfiff gingen alle FCSG Spielerinnen zu Boden, gaben sich der Enttäuschung hin und liessen ihren Tränen freien Lauf, während die Derendinger Spielerinnen ihren Aufstieg mit Sekt bejubelten.

Das letzte Spiel der Relegation ist ein Spiegelbild der gesamten Saison der Grün Weissen. So stand man sich meist selber im Weg, verursachte zu viele eigene Fehler in den Spielen und liess die wenigen Chancen, die man hatte, aus. Das Team um Beat Naldi hat immer die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht aufgegeben, hat in den Spielen immer gut gekämpft, aber es hat am Ende eben nicht gereicht.

So muss man sich eingestehen, das es wohl auch nicht verdient gewesen wäre, den Klassenerhalt auf diese Art und Weise zu sichern.

Natürlich ist dieser Abstieg in die NLB eine grosse Enttäuschung für alle im Verein, jedoch sollte man auch das Positive sehen. Nach der doch ziemlich verkorksten und unruhigen Saison mit viel Druck auf die teils doch sehr junge Mannschaft, hat man nun die Möglichkeit einen Neuanfang zu starten. Man wird die Chance nutzen und sich die Zeit nehmen, eine gute, stabile und spielfreudige Mannschaft zu entwickeln und aufzubauen, die in der NLB vorne mitspielen kann.

Die FC St.Gallen Frauen bedanken sich bei Nicole Studer, Jasmin Schweer und Desirèe Stäbler. Alle 3 haben ihr letztes Spiel für den FCSG bestritten. Jasmin wird ihre Karriere bei YB Bern fortsetzen, Nici wird den Verein ebenfalls wechseln und Desi hängt Ihre Fussballschuhe an den Nagel.

Vielen Dank euch Dreien für euren unermüdlichen Einsatz!

Tore: 25. Saladin 0:1; 28. Bucher 0:2; 44. Scheidegger 0:3; 87. Schweer 1:3

Aufstellung FCSG Frauen: Studer, Stäbler, Iseli, Egger, Baumann, Caviezel, Beerli (57. Salaorni), Fehr (64. Streule), Bischof, Riesen (74. Wirth), Schweer

Aufstellung Derendingen: Rytz, Hawker, Burkhart, Vögeli, Alvarez, Sieben (75.Kadriu), Trutmann, Bucher (80. Grob), Scheidender, Saladin (90+3. Schneider), Zahno

Verwarnungen: 67. Schweer (grobes Foulspiel), 83. Zahno (Meckern), 86. Vögeli (grobes Foulspiel), 90+2. Alvarez (grobes Foulspiel)

St. Gallen, 12.06.2016

 

Bericht: Gesa Jürgens